Fischauktionshalle

Mehr Hamburg geht nicht!

Architektur

Die Fischauktionshalle wurde 1896 errichtet und ging 1943 im Inferno der Bomben unter.

Baujahr: 1894 – 96

Bauart: Typ Markthalle im Römischen Reich der Antike, 3-schiffige Basilika mit mittlerer Vierung und Kuppel darüber. Länge 103 m / 3.800 Quadratmeter Fläche.
Genietete Stahlkonstruktion aus nicht rostendem sog. Buddelstahl.
Zunächst Abrissplanung 1975 wegen erheblicher Kriegsbeschädigung der Halle und Gebäude im Umfeld des Fischmarktes.

Denkmalgerechte Sanierung 1984/85

Durch das besondere Engagement des Architekten Günter Talkenberg konnte die Halle, die dem Urtyp einer römischen Markthalle, also einer dreischiffigen Basilika, entspricht, gerettet werden. Der Hamburger Senat konnte von der Erhaltungswürdigkeit überzeugt werden und bewilligte die erforderlichen 6,5 Mio. DM. Mit Auszeichnung der Stadt Hamburg mit dem „Europa Nostra-Diplom“ (europäischer Denkmalschutzpreis) für vorbildliche Restaurierung durch die de-Koster-Stiftung, London.
Nach den alten Fotos und Plänen wurde die Halle in zweijähriger Bauzeit rekonstruiert und der zerstörte Bauschmuck, wie Buntglasfenster, Leuchten, Wappen und Pilaster wiederhergestellt.
Die Konstruktion der Halle war so gut erhalten, weil sie aus nicht rostendem, sogenanntem "Buddelstahl" errichtet worden war. Dadurch war die ganze Stahlkonstruktion nahezu vollkommen intakt.
Eine Besonderheit: Bei Sturmfluten kann das Elbwasser durch Öffnungen in den Toren hinein und wieder hinaus laufen ohne durch Aufstau die Bausubstanz zu gefährden.

1992 Wiederherstellung des mittig vor der Halle befindlichen historischen Wasseranlegers.

Historische Einbettung

Die Halle war 1894 in Planung und sollte hart an der Hamburger Stadtgrenze am „Altonaer Fischmarkt“ belegen sein. Die Landesgrenze zwischen Altona und Hamburg verlief entlang des Peepermölenbeks von der Elbe nach Norden.
Reger Fischhandel (sonntäglicher Fischmarkt), Anlandungen der Fischer auf der Elbe und Betrieb der sog. Hafenbahn zum Transport der Frischware prägten diese Zeit. Nach und nach machten große Fischdampfer den Elbfischern Konkurrenz, so dass mit Hilfe eines Auktionators der Preisdruck, den die Großhändler ausüben konnten, sich an Angebot und Nachfrage orientierte.

Flutschutz und Denkmalsanierung

1976 gab es nach 1960 wieder eine große Sturmflut mit immensen Schäden im Hafengebiet. In der Folge wurden Gutachten zum Hochwasserschutz beauftragt, denen u.a. die später entwickelte Fischmarktpromenade entlang der Hafenstraße mit ihren hohen Flutschutzmauern entstammt. Anfang der 80’er Jahre war die Planung für Flutschutzanlage fertiggestellt und man entschied im Hamburger Senat die Fischauktionshalle doch zu retten.
Nach der Restaurierung der Halle entstand zwischen 1988 und 1994 die postmoderne Bebauung des Fischmarktes mit der Wiederaufstellung des „Minerva-Brunnens“ von 1742 auf der sog. Bergfläche.
Des Weiteren wurden das Stadtlagerhaus, der Lübke-Speicher und die ehemalige Malzfabrik Näfeke (heutiges stilwerk) entlang der Großen Elbstraße denkmalsaniert.
Ebenso entstand in Neumühlen vor dem Museumshafen Övelgönne die sog. Altonaer „Perlenkette“, ein Ensemble moderner Büro- und Wohngebäude mit breiter Promenade (Fortsetzung Elbwanderweg) unter dem damaligen Oberbaudirektor Kossak, die Altona ein modernes Stadtbild verliehen.